Warum sind die Haare anders, wenn man krank ist oder wenn man Tabletten nehmen muß ?
Die Haare sind tot ! Schließlich fehlen alle Lebenszeichen, z.B. tut Haareschneiden nicht weh ! Aber jeder weiß, dass bei einem kranken Hund das Fell anders ist. Ähnliches kann man beim Menschen beobachten. Glanz, Griffigkeit und Haltbarkeit der Frisur sind bei kranken Menschen anders.
Die Kopfhaut kann sich durch die Krankheit anders anfühlen. Es kann sein, dass der Haarbalgmuskel schlaffer ist und das Haar weniger stark aufgerichtet wird.
Auch die Talg - und Schweißproduktion der Haut ändern sich zum Beispiel wenn man Fieber hat. Bei längerer Krankheit und Medikamenteneinnahme lagern sich Medikamente im Haar ein. Mangelerscheinungen des Körpers können zu einer anderen Zusammensetzung des Haarkeratins führen, was tatsächlich dazu führt, dass sich die Haarqualität verschlechtert. Die Wachstumsgeschwindigkeit und die Wachstumsphase können ebenfalls beeinträchtigt werden.
Aufbau des Haares
Die Haare in der Wachstumsphase (Anlagenphase) sitzen tief in der Haut an der Grenze von Lederhaut und Fettgewebe verankert. Ein Haar ist immer vergesellschaftet mit einem Haarbalgmuskel und einer Talgdrüse. Durch den Zug des Muskels ist das Haar in der Lage, sich aufzurichten. Das ist zum Beispiel bei "Gänsehaut" gut zu beobachten. Die Talgdrüse wiederum sorgt dafür, dass das Haar und die angrenzenden Hautschichten geschmeidig gehalten werden. Eine zu starke Aktivität der Talgdrüsen kann zu fettigem Haar führen, eine verminderte Produktion von Talg zu stumpfem und trockenem Haar.
Am unteren Ende des Haares ragt ein kleiner Hautzapfen in das Haar hinein. Dieser Zapfen wird als "Papille" bezeichnet und erfüllt wichtige Funktionen in der Versorgung der Haare mit Nährstoffen und Botenstoffen. Dieser Bereich und auch die Zellen der angrenzenden Regionen ("Tassenzellen") sind bedeutend für die Steuerung des Haarwachstums und somit Ziel zahlreicher Untersuchungen für Haarwuchspräparate der Zukunft.
So wächst das Haar
Wachstumsphase: Im Follikel entsteht und wächst das Haar. Über das Wachstumszentrum, die Papille, werden die Nährstoffe aufgenommen. Das Haar wächst im Monat 1-1,5cm

Übergangsphase: Nach der 3-7jährigen Wachstumsphase bleibt die Papille erhalten, die Haarwurzel verhornt und bildet sich zurück. Diese Phase dauert 1-2 Wochen.

Ruhephase: Sie dauert 3-4 Monate. In dieser Zeit lockert sich der Sitz des Haares, die Haarwurzel löst sich von der Kopfhaut, und das Haar fällt aus. Dieser natürliche Haarausfall wiederholt sich 8-12 mal im Leben.

Erneute Wachstumsphase: Das Follikel hat wieder seine volle Größe erreicht, eine neue Papille hat sich gebildet, und ein neues Haar beginnt zu spießen. Durch die verschiedensten Ursachen kann es in dieser Phase zu Störungen kommen.Bei sogenannter Glatzenbildung, bei der das Haar noch als feiner Flaum vorhanden ist, läuft dieser Wachstumsrhythmus in einer wesentlich kürzeren Zeit ab.










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